anders und gleich - Nur Respekt Wirkt
September 2015: Diskussion um Namensgeberinnen
Die LAG Lesben in NRW hat den Augspurg-Heymann-Preis
im Jahr 2015 zum letzten Mal verliehen.
Dezember 2015

Im September hatten der Vorstand der LAG Lesben in NRW und die Jury des Lesbenpreises im September 2015 erklärt, auch nach der bekannt gewordenen Aussage von Lida Gustava Heymann aus dem Jahre 1907 (siehe Gutachten), den Preis für couragierte Lesben weiterhin nach Augspurg und Heymann benennen zu wollen. Nicht nur die dann mitgeteilte Entscheidung von Frau Ministerin Steffens, den Preis zukünftig nicht mehr fördern zu wollen, sondern auch die weiter geführten Diskussionen innerhalb des Vorstands, der Jury und auf der Vollversammlung am 28. November 2015, haben die LAG Lesben in NRW von der Entscheidung im September abrücken lassen. Wir wollen die bisherigen Preisträgerinnen, die LAG Lesben in NRW und auch zukünftige Preisträgerinnen nicht beschädigen und werden wieder einen würdigen Lesbenpreis entwerfen, den wir frühestens 2017 verleihen werden.

Februar 2016

So viel wurde schon lange nicht mehr auf einer Vollversammlung der LAG Lesben in NRW diskutiert. Über 40 Teilnehmerinnen hörten sehr gebannt den vier Impulsreferaten zu. Lena Laps gab einen Impuls unter der Überschrift "Empörung als politische Emotion"; Lisa Mense gab eine "Kritische Reflexion zum Umgang mit Dominanz- und Machtverhältnissen in (west-)deutschen Lesbenbewegungen/bzw. –zusammenhängen"; Ulrike Janz stellte den Bezug her der Lesben in der zweiten Frauenbewegung zur ersten und die Auseinandersetzung mit deren Standpunkten zu Bevölkerungspolitik und Inge von Bönninghausen (leider kurzfristig erkrankt) erinnerte an den Kontext der Äußerung von Lida Gustava Heymann und fragte nach dem Umgang der Schwulenbewegung mit einem ähnlich schwierigen Erbe.

Die Diskussionsbeiträge wurden in Meinungs- und Fragekarten festgehalten und Sina Vogt fasste diese zusammen: Auch wenn die Anwesenden kein Ergebnis "produziert" haben, so steht doch der Wunsch im Raum, sich weiterhin kritisch über Inhalte und Positionen auseinanderzusetzen, auch im Rahmen des Kongresses "20 Jahre LAG Lesben in NRW" (voraussichtlich am 24. September im Ruhrgebiet).

In der anschließenden Abschiedsfeier vom Augspurg-Heymann-Preis erinnerte Ann Marie Krewer an die hohe Authentizität des Preises und an die unterschiedlichen Preisträgerinnen. Einige Anwesenden reagieren auf die Fragen nach der wichtigsten Erkenntnis und was in Erinnerung bleiben wird von sieben Preisverleihungen, Stichworte: wertschätzende Feier, große Identifikation, müheloses Feiern, notwendige Fortsetzung angesichts politischer Strömungen und queerer Debatten einer Lebensformen- und Vielfaltspolitik und großer Dank für die immer gründlichen Vorbereitungen!

Nach der Übereignung des Augspurg-Heymann-Preises in die Lesbengeschichte gab es noch einen Ausblick auf die Weiterentwicklung des Preises für couragierte Lesben. Alle Interessierten sind eingeladen, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Wer zukünftig in der Jury mitarbeiten möchte, meldet sich bitte in der LAG-Geschäftsstelle info@lesben-nrw.de